Die ehemalige Hobelfabrik in Oberwinterthur wurde von baubüro in situ in einen offenen und freundlichen Gemeinschaftsraum umgewandelt, als Teil eines neuen Wohnprojekts der Genossenschaft "mehr als wohnen". Die ehemalige Industriehalle der Schreinerei Kälin hat ihre ursprüngliche Form weitgehend bewahrt: eine Backsteinstruktur mit rauen Oberflächen, sichtbaren Stützen und Spuren früherer Nutzung. Anstatt sie komplett umzubauen, wurde sie sorgfältig restauriert, bewusst nicht beheizt und mit minimalen Eingriffen, um ihren industriellen Charakter und ihre Geräumigkeit zu erhalten.
In den Innenraum wurde ein freistehender Kasten aus recycelten Laminatfurnierplatten integriert, der eine Toilette, eine Teeküche und eine Garderobe beherbergt. Diese integrierten Elemente sind beidseitig verwendbar, sodass die Halle flexibel für Veranstaltungen, Meetings, Spiele oder kreative Gemeinschaftsprojekte genutzt werden kann. Auch außen wurde das bestehende Gebäude respektvoll erhalten: Eine alte gemauerte Brüstung, die bei früheren Abrissen teilweise verschwunden war, wurde mit wiederverwendeten Materialien wieder aufgebaut, ohne ihren historischen Charakter zu beeinträchtigen.
In enger Zusammenarbeit mit dem Wiederverwendungsspezialisten Zirkular wurde ein Raum geschaffen, der demonstriert, wie bestehende Gebäude mit einem Minimum an Ressourcen umgenutzt werden können - ressourcenschonend, angenehm und sozial wirksam. Das Alte Hobelwerk wird so zum identitätsstiftenden Kernstück des neuen Projekts: kein fertiger Raum, sondern ein offener Raum, der sich mit der Nachbarschaft weiterentwickeln kann. Es veranschaulicht einen architektonischen Ansatz, der sich die Patina aneignet, bestehende Strukturen überdenkt und das Potenzial der Wiederverwendung im Dienste der städtischen Koexistenz ausschöpft.