Weinlagerstrasse, Basel

LYSP8

  • Neubau

  • I & II Wohnen

Mit dem Projekt LYSP8 in Basel setzen Loeliger Strub Architektur und Zirkular GmbH ein starkes Zeichen für nachhaltiges Bauen im städtischen Kontext. Von Anfang an verfolgt das Wohn- und Geschäftshaus ein klares Ziel: Möglichst viele Bauteile aus bestehenden Gebäuden sollen wiederverwendet werden - mit anderen Worten: Die Wiederverwendung soll nicht als nachträgliche Geste, sondern als integraler Bestandteil des Entwurfsprozesses betrachtet werden. Entlang der Lothringerstrasse ist so ein lebendiges Ensemble entstanden, bestehend aus einem langen Gebäude und einem Punkthaus am Platz, verbunden durch eine markante Holzstruktur, die als offene Erschliessungsstruktur und sozialer Begegnungsraum dient.

Viele der gebauten Elemente - darunter Fassadenverkleidungen, Fenster, Türen, Küchen, Geländer und sogar Dachziegel - stammen aus Rückbauten und wurden sorgfältig wiederverwertet. Dadurch werden nicht nur Ressourcen gespart, sondern auch große Mengen an CO₂ vermieden - Schätzungen zufolge etwa 250 Tonnen im Vergleich zu einer konventionellen Bauweise. Die Spuren der früheren Nutzung bleiben sichtbar: Gebrauchsspuren, Patina und die Vielfalt der Materialien erzählen ihre eigene Geschichte und verleihen dem neuen Gebäude eine besondere Tiefe und einen eigenen Charakter.

Architektonisch zeichnet sich LYSP8 durch eine offene, gemeinschaftsorientierte Struktur aus. Laubengänge, Nischen, Terrassen und ein öffentlicher Pavillon auf dem Dach fördern die Begegnung und den Austausch zwischen den Bewohnern. Der Dachpavillon kann flexibel genutzt werden - als Gästezimmer, Wintergarten oder Außenküche - und unterstreicht die Idee eines geteilten Lebensraums. Gleichzeitig wurde auf eine kompakte und energieeffiziente Planung geachtet: Die Wohnungen sind so organisiert, dass pro Person maximal 45 m² beheizte Fläche benötigt werden. Im Sommer fungiert die offene Holzkonstruktion als natürlicher Sonnenschutz und reduziert den Energiebedarf zusätzlich.

LYSP8 zeigt beispielhaft, wie Wiederverwendung, soziale Nachhaltigkeit und architektonische Qualität miteinander verschmelzen können. Es ist ein Modellprojekt für eine neue, ressourcenschonende Baukultur - unkonventionell, mutig und gleichzeitig realistisch umsetzbar.