Malerische Promenade

Die "malerische Promenade" in der Hohlstrasse 418 in Zürich ist eine heikle Inneneinrichtung, bei der die Erhaltung des Vorhandenen, die Wiederverwendung und die Gestaltung der Atmosphäre zu einem kohärenten Ganzen verwoben sind. Die 274 m² große Wohnung in einem denkmalgeschützten Gebäude aus der Jahrhundertwende wurde behutsam umgebaut, ohne ihren historischen Charakter zu verlieren. Statt auf radikale Eingriffe setzte das baubüro in situ auf gezielte Veränderungen, wie den Abriss einiger Wände, um großzügige Raumbeziehungen zu schaffen. Insbesondere im Zentrum der Wohnung - zwischen Küche, Esszimmer und Wohnzimmer - entsteht ein offenes, lichtdurchflutetes Kontinuum, das durch eine geschickte Farbkomposition gegliedert wird.

Dies ist der sogenannte "malerische Spaziergang", der dem Komplex seinen Namen gab, ein Gestaltungsprinzip, bei dem jeder Raum seine eigene Farbidentität hat. Warme Gelb- und Rottöne prägen die Gemeinschaftsräume, während kühlere Blau- und Grüntöne in den Rückzugsräumen eine ruhige Atmosphäre schaffen. Die Räume sind entlang einer Enfilade angeordnet und lassen beim Durchschreiten wechselnde Perspektiven und Stimmungen entstehen - eine bewusste Inszenierung von Raum und Farbe, inspiriert von den historischen Interieurs der Jahrhundertwende, die jedem Raum ebenfalls eine individuelle Prägung verliehen.

Auch bei der Einrichtung setzt das Projekt konsequent auf Wiederverwendung. So wurde die bestehende Küche aus den 1990er Jahren nicht ersetzt, sondern sanft überarbeitet und neu integriert. Farben, Materialien und Details werden auf subtile Weise aufgegriffen, ergänzt und umgestaltet. Das Ergebnis ist ein gemütliches und zugleich klar strukturiertes Interieur, das Alt und Neu auf natürliche Weise vereint. Der "malerische Spaziergang" zeigt, wie Wiederverwendung in der Inneneinrichtung nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch kreativ inspirierend sein kann - ein Projekt, das Atmosphäre schafft, ohne an Substanz zu verlieren.