Die Sprint-Einheit des NEST-Innovationsgebäudes der EMPA in Dübendorf ist ein wegweisendes Beispiel dafür, wie das zirkuläre Bauen schon heute praktisch und effizient umgesetzt werden kann. Die rund 200 Quadratmeter große Büroeinheit wurde in nur zehn Monaten errichtet und folgt konsequent dem Prinzip der Wiederverwendung. Fast alle verwendeten Materialien - von Holzelementen über Teppichfliesen bis hin zu Glaswänden und Photovoltaikmodulen - stammen aus Rückbauten oder anderen Projekten. Es ging nicht nur um die Verwendung gebrauchter Materialien, sondern um ein Gesamtkonzept, das auf Demontierbarkeit, Flexibilität und Materialkreisläufe ausgerichtet war.
Die gesamte Struktur wurde so konzipiert, dass sie später leicht abgebaut und an anderer Stelle wieder aufgebaut oder in andere Bauprojekte integriert werden kann. Dieses Prinzip des "Design for Disassembly" macht das Gebäude zu einem Reallabor für das zirkuläre Bauen. Gleichzeitig zeigt das Projekt, dass Wiederverwendung nicht im Widerspruch zu einer hohen Bauqualität oder einer schnellen Umsetzung stehen muss: Viele Materialien konnten schneller als neues Material beschafft werden - und das mit einem deutlich reduzierten CO₂-Fußabdruck.
Unit Sprint ist das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit zwischen dem baubüro in situ, der EMPA, der Zirkular GmbH und anderen Partnern. Neben der Planung und Ausführung wurden Themen wie Materialkontrolle, Einhaltung von Normen und Qualitätssicherung frühzeitig in den Prozess integriert. Das Ergebnis ist ein flexibler, nachhaltiger und zukunftsorientierter Arbeitsraum, der den Beweis erbringt, dass das zirkuläre Bauen nicht nur eine theoretische Vision ist, sondern eine funktionierende Alternative zum konventionellen Bauen darstellt - effizient, umweltfreundlich und gestalterisch überzeugend.