Das Walkeweg-Areal ist eines der größten Entwicklungsgebiete des Kantons. Im Rahmen des Wohnbauprogramms 1000+ werden hier preisgünstige Wohnungen für rund 650 Personen, ausgedehnte Naturflächen und eine Primarschule mit Kindergarten entstehen. In einer zweiten Phase wird der Kanton bis 2026 rund 100 preisgünstige Wohnungen und ein integriertes Migrationszentrum mit 44 zusätzlichen Wohnungen in Eigeninvestition realisieren.
Das Projekt überzeugte aufgrund seines spezifischen, von Wiederverwendung geprägten Ausdrucks, der intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema Nachhaltigkeit und der sorgfältigen Ausarbeitung. Die wiederverwendeten, latent industriell anmutenden Bauelemente werden durch ein feines konstruktives Detail und eine differenzierte Fassadengestaltung gezähmt.
Die bis zu vierstöckigen Wohngebäude werden ohne den Einsatz fossiler Brennstoffe beheizt und der benötigte Strom wird größtenteils durch eine eigene Photovoltaikanlage erzeugt. Doch das Projekt geht noch weiter: Die Gebäude werden nicht nur mit einem niedrigen Energieverbrauch betrieben, sondern auch umweltfreundlich gebaut. Durch die Wiederverwendung von Bauelementen aus rückgebauten Kantonsgebäuden wird die sogenannte "graue Energie" eingespart. Diese als "Wiederverwendung" bezeichnete Methode wurde in der Schweiz zum ersten Mal bei einem Architekturwettbewerb dieser Größenordnung angewandt.
Die Atmosphäre des Ortes wird auch durch die üppige Vegetation der Freiflächen verstärkt. Der Entwurf sieht eine sinnvolle Schichtung der Freiflächen mit differenzierten Ebenen für den öffentlichen Zugang vor. Die Nord-Süd-Promenade ist sinnvoll positioniert und bietet zusammen mit Spiel- und Freizeitbereichen zwischen den Gebäuden eine anregende Abfolge von Freiräumen. Das Thema der nachhaltigen Entwicklung wird so auch im Freiraum entwickelt.